Geschichte

Bis zum Jahre 1879 oblag das Feuerlöschwesen in der Dorfgemeinde Moosach den beiden Männern Paul Berthold sen. und Michael Mück, die von der Gemeindeverwaltung hierzu beauftragt waren. Ihre Geräte bestanden aus einigen Feuerhaken, Hanfeimern und einer kleinen Handfeuerlöschmaschine und sie konnten im Brandfalle jeden zur Hilfeleistung heranholen.

Am 8. April 1879 gründeten auf Betreiben der beiden Löschmänner Paul Berthold und Jakob Hagenbucher 23 für das Feuerlöschwesen begeisterte, meist junge Leute den Verein „Freiwillige Feuerwehr Moosach“.

Am 4. April 1880 wurde die Freiwillige Feuerwehr Moosach in den Bayerischen Landesfeuerwehrverband aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen noch weitere 6 Mitglieder als Wehrmänner dazu. Noch im gleichen Jahre erfolgte eine  Inspektion durch den Bezirksfeuerwehrinspektor, und dieser zollte der Moosacher Feuerwehr volle Anerkennung. Das Lob förderte das Wachstum der neuen Wehr, so daß bis Ablauf des Jahres der Verein 55 Mitglieder zählen konnte. Unter der Leitung der Kommandanten Paul Berthold sen. (1879 bis 1886) und Jakob Hagenbucher (1887 bis 1894) entwickelte sich die Wehr stetig.

1894 wurde mit der Anschaffung einer „vierrädrigen Löschmaschine“ die technische Ausstattung erheblich verbessert. Dies war in der Amtszeit des Kommandanten Berthold Paul jun.

Um 1900 erfolgte der Anschluss an das Münchner Wasserrohrnetz, womit auch der bisherige Wassermangel behoben werden konnte. Ebenfalls 1900 wurden der erste Hydrantenwagen mit verschiedenen Hydrantenaufsätzen und eine erste mechanische Schubleiter angeschafft.

Pferdespritze

Am 1.Juli 1913 erfolgte die Eingemeindung Moosachs zu München und damit die Eingliederung der Freiwilligen Feuerwehr Moosach als Abteilung 8 in den Bezirks-Feuerwehrverband München-Stadt.

Im 1.Weltkrieg von 1914 bis 1918 wurden 14 Wehrmänner aus Moosach zum Heer einberufen. Zehn kehrten nicht mehr zurück.

Nach dem 1.Weltkrieg erholte sich der Personalstand stetig, zumal das Gerätehaus und die Geräte intakt geblieben waren. So konnte die Wehr unter dem neuen Kommandanten Josef Bucher schon an den Vorführungen anläßlich des Deutschen Feuerwehrtages 1923 in München teilnehmen. Eine Musterübung in der Arena des Auststellungsparkes erregte Bewunderung und erwarb der Wehr höchstes Lob und vollste Anerkennung.

1925 hatten die Bemühungen des Vorstandes Josef Schamberger um die Beschaffung einer Motorspritze Erfolg. Dies war um so bemerkenswerter, als zu dieser Zeit größte Geldknappheit herrschte. Doch mit Unterstützung des Bezirks-Feuerwehrverbandes München-Stadt, dessen Mitglied Schamberger 10 Jahre war, des Leiters der Berufsfeuerwehr Branddirektor Karl Dirnagl, der die Wege wies und ebnete, und nicht zuletzt neben der Tüchtigkeit der Wehr auch noch namhafte Spenden von Moosacher Firmen und Industrie konnte dieser Erfolg erzielt werden. Damit fuhr am 13.Dezember 1925 die erste Motorspritze der Münchener Vorortfeuerwehren in die Halle der Abteilung 8. Sie hatte eine dreistufige Magirus-Hochdruck-Zentrifugalpumpe mit damals stolzen 800 bis 1000 Liter Minuten-leistung. Die Haus-Alarmeinrichtung ermöglichte dazu raschesten Einsatz.

Im Jahre 1929 erhielt die Genossenschaftssiedlung Eggarten eine eigene Gruppe von sieben Feuerwehrmännern welche der Abteilung 8 – Moosach angeschlossen wurde. Ebenfalls 1929 wurde die erste Alarmsirene in Moosach installiert.

Am 21. April 1931 erhielt die Abteilung ihr erstes „Automobiles Fahrzeug“.

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1933 wurde die Abteilung Moosach aufgelöst und wie alle Freiwilligen Feuerwehren in die Feuerschutzpolizei integriert. Nominell blieb Josef Bucher bis 1935 Kommandant.  Bereits am 5. August 1933 fand die erste Luftschutzübung in Moosach statt.

Am 30. April 1945 lag Moosach unter starkem Artilleriebeschuß. Dabei wurden zwei ukrainische Mitglieder der Hilfsfeuerwehr tödlich getroffen.

Im Frühjahr 1949 schlossen sich einige ältere aktive und neue junge Kameraden unter der Führung des Löschgruppenführers Josef Heinrich wieder zur neuen Löschgruppe 8 Moosach zusammen.

In der Verwaltungsratsitzung vom 28. März 1953, in der der Antrag auf Ehrenmitgliedschaft von Löschgruppenführer Josef Heinrich gestellt wurde, fand Kommandant Wislsperger besonders herzliche Worte für die „treue und musterhafte Pflichterfüllung des langjährigen Löschgruppenführers Heinrich, der auf ärztliche Anordnung außer Dienst gesetzt werden mußte, nachdem er das 70.Lebensjahr überschritten hatte“

1972 wurden anlässlich der Olympischen Spiele die  Feuersirenen abgeschaltet und die Löschgruppe Moosach als erste Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr München mit Funkalarmempfängern ausgestattet.

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Am 5. Mai 1974 überreichte Oberbranddirektor Seegerer im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München einem Fahrer der Löschgruppe Moosach die Schlüssel für ein neues LF-16. Dieses Fahrzeug stammte wie neun andere baugleiche LF aus einem geplatzten Auslandsauftrag und die Stadt München konnte diese Fahrzeuge günstig erwerben.

Am 19.März 1978 wurde das neue Gerätehaus in der Feldmochinger Straße 1 seiner Bestimmung übergeben.

Nachdem in der Vergangenheit immer gebrauchte Fahrzeuge von der Berufsfeuerwehr (BF) an die Freiwillige Feuerwehr übergeben wurden, ging es in Moosach „Schlag auf Schlag“ mit Neufahrzeugen weiter.

Am 12.02.1982 wurde ein LF 16 TS aus dem Bestand des Katastrophenschutzes an die Abteilung Moosach übergeben.

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Am 29.06.1984 erfolgte dann die Übergabe eines weiteren damals neuen Fahrzeugs – eines LF 8.

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Im Jahre 1982 wurde in Moosach die erste Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr München gegründet. Innerhalb der nächsten Jahre wurde das Einzugsgebiet auf den damaligen Bereich West II (Moosach, Allach und Ludwigsfeld) ausgedehnt.

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1989 wurde uns zum 110jährigen Gründungsfest von den Moosacher Ortsvereinen ein gebrauchter VW-Bus spendiert, da  für die Tätigkeiten in der Jugendfeuerwehr unzählige Fahrten zwischen den Abteilungen anfielen. Das Fahrzeug wurde in viel Eigenregie entrostet, lackiert, zum Mehrzweckfahrzeug (MZF) ausgebaut und dann der Feuerwehr München übergeben.

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Am 28.09.1995 wurde das mittlerweile in die Jahre gekommene „neue“ LF von 1974 durch ein nur fünf Jahre altes LF 16/12 der Berufsfeuerwehr ersetzt. Dieses Fahrzeug hatte einen 1200 ltr. fassenden Löschwassertank, einen Wasserwerfer auf dem Dach, ausserdem einen hydraulischen Rettungssatz mit Schere und Spreizer. Ebenso war ein 5 kVA – Stromaggregat und eine Beleuchtungseinheit im Fahrzeug. Erstmals waren bei diesem Fahrzeug zwei Preßluftatmer im Mannschaftsraum eingebaut.

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1998 wurde uns von einem ehemaligen aktiven Kameraden ein gebrauchter VW-Bus überlassen. Dieser wurde – wie das erste Fahrzeug auch –in Eigenregie  hergerichtet und der Stadt München übergeben. Der betagte Vorgänger fuhr noch einige Zeit bei unserer Nachbarabteilung Ludwigsfeld bis zur Aussonderung weiter.

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2003 war es durch Spendenmittel möglich geworden, einen halbautomatischen Defibrilator zur Verbesserung unserer Sanitätsausstattung anzuschaffen.

Am 24.10.2003 erhielten wir wieder ein nagelneues LF 16. Baugleiche Fahrzeuge wurden bis Mitte 2004 an alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München übergeben. Diese LF haben einen Wassertank mit 1600 Litern und einen festeingebauten Schaummitteltank mit 200 Litern Inhalt. Außerdem einen hydraulischen Rettungssatz mit Schere, Spreizer, Rettungszylinder sowie einem 13 kVA-Stromaggregat. Erstmals hat dieses Fahrzeug am Heck einen hydraulisch ausfahrbaren Lichtmast mit zwei 1000W-Flutlichtstrahlern. Auch ist eine Beleuchtungseinheit mit zwei weiteren 1000W-Flutlichtstrahlern im Fahrzeug verlastet. Eine Fire-Dos Schaummittelpumpe ist fest eingebaut.

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Ende 2003, Anfang 2004 wurden die ehemaligen Bereiche West I und West II zum neuen Bereich West zusammengefasst. Die Jugendausbildung wurde auch im neuen Bereich (erweitert durch die Abteilungen Obermenzing, Aubing und Langwied/Lochhausen) weiterhin federführend durch die Kameraden unserer Abteilung durchgeführt.

Im Mai 2004 konnten wir schließlich anlässlich unseres 125jährigen Gründungsfestes, ebenfalls wieder aus Spendenmitteln, eine Wärmebildkamera beschaffen.

2009 wurde vom Verein ein Mercedes Sprinter angeschafft, nachdem im Oktober 2008 der VW-Bus bei der Branddirektion ausgesondert wurde. Diese Anschaffung war nur durch eine starke Spendenbereitschaft aller Vereinsmitglieder möglich. Das Fahrzeug wurde im Herbst 2009 mit viel Eigenleistung der Abteilung ausgebaut und im November 2009 als Vereinsfahrzeug bei der Abteilung Moosach in Dienst gestellt. Die feierliche Fahrzeugweihe fand am 5. Dezember im Rahmen der Jahresabschlußfeier unserer Abteilung statt.

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Am 20.11.2010 wurde das bisherige zweite Löschgruppenfahrzeug LF16 durch das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 ersetzt.

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2011 wurde aus Vereins- und Spendenmitteln ein weiterer AED (Automatischer-Externer-Defibrilator) angeschafft, um damit die Erste-Hilfe-Ausrüstung auf dem neuen HLF zu komplettieren .

2012 konnte – wieder mit Spendenmitteln und Unterstützung des Moosacher Bezirksausschusses – auch für unser Mehrzweckfahrzeug ein AED angeschafft werden. Somit sind alle unsere Fahrzeuge nun mit diesem lebensrettenden Hilfsgerät ausgestattet.

Ende 2012/Anfang 2013 konnte -erneut mit Spendenmitteln und Unterstützung des Moosacher Bezirksausschusses – für unser neues HLF eine Wärmebildkamera erworben werden. Somit ist auch das zweite Löschfahrzeug mit diesem im Brandrauch wertvollen Hilfsgerät ausgestattet.

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